Tatkräftige Hilfe an Bord: Litnity

Das Literaturcamp im Norden

Tatkräftige Hilfe an Bord: Litnity

Zu den ersten Unterstützern, die sich auf unseren Aufruf Anfang des Jahres meldeten, gehörten Birgit und Dörte von Litnity. Die beiden helfen uns nicht nur tatkräftig bei einigen Planungen und bringen gute Ideen in den Organisationsprozess ein, sie haben 2017 auch die Literaturplattform Litnity ins Leben gerufen.
Mareike hat mit Birgit über den recht sportlichen Start ihrer Plattform, die Idee dahinter und natürlich auch über ihre Unterstützung für das Literaturcamp Hamburg gesprochen.

Wie seid Dörte und du auf die Idee für Litnity gekommen?
Das war ein eine ganz spontane Idee. Wir haben nach unserem Sommerurlaub im Hirschpark zusammengesessen, und dachte, wir müssen mal was neues machen. Als ich von der Toilette wiederkam sagte ich: “Dörte, Literatur!” Wir haben eigentlich eine DIY Plattform und das ist, was wir gerne machen, aber Literatur ist noch etwas anderes, das uns verbindet. Wir haben erst gedacht, wie machen wie bei Handmade Kultur ein Magazin. Wir haben dann aber recherchiert, dass das, was an Literaturmagazinen so auf dem Markt ist, ziemlich langweilig und wahnsinnig kompliziert ist. Eigentlich war schon beim Verabschieden aus dem Café klar, dass es cross medial werden würde. Wir hatten ganz schnell die Idee: es muss eine Literaturcommunity sein.

Wir haben dann auch gedacht wir sind die Ersten und Einzigen. Uns war klar, so eine tolle Idee hatte noch keiner vor uns [lacht] Wobei wir noch viele Sachen haben, die wir noch nicht umsetzen konnten. Da gibt es noch ganz viel, was noch machen wollen.

Der Zufall hat uns in den kommenden acht Monaten alles so zusammengefügt, dass wir relativ schnell online gehen konnten. Wir hatten eine Wildcard für die Frankfurter Buchmesse gewonnen, und alles musste wahnsinnig schnell in die Tat umgesetzt werden. Am Nachmittag vor der Buchmesse sind wir online gegangen.

Das ist Sportlich
Ja, das ist sportlich. Aber man braucht nicht nur Ideen, sondern auch die Herausforderungen, damit es auch weitergeht und das Projekt nicht einschläft.

Seht ihr euch in Konkurrenz zu Goodreads und Lovelybooks? Seid ihr was ganz anderes?
Sagen wir mal so, die Sprachfindung “das ist Konkurrenz” ist zwar da, aber wir betrachten es nicht als Konkurrenz. Wir würden auch ein Miteinander machen. Wir haben gemerkt: wir sind nicht die Einzigen, es gibt noch andere wie uns. Es gibt ja auch noch kleinere Plattformen, die mal die Idee hatten, angefangen haben und inzwischen nicht mehr so aktiv sind.
Nachdem ich das erste Mal nach der Ideenfindung über die Leipziger Buchmesse gelaufen bin dachte ich “Oh Gott, es gibt dies und es gibt jenes”…aber wir haben auch gesagt, es gibt ganz viele Schuhe und ganz viele Schuhmarken, und es gibt viele Buchläden und viele Verlage. Es gibt von allem ganz viel, also warum sollt sich jeder mit Goodreadss un Lovelybooks glücklich fühlen und jeder das Zuhause finden, die Onlinecommunity finden die er sucht? Es gibt also eine Berechtigung, dass wir auch da sind

Mir ist auch aufgefallen: während Lovelybooks und Goodreads alles bedienen, was es an Literatur gibt, seid ihr etwas ausgewählter. Zumindest wenn ich über die Community gucke.
Unsere ansprache ist erstmal eine andere, wir haben eine kuratierte Seite, wo das drauf ist von dem wir denken, dass es die Leute, die wir ansprechen wollen, interessiert. Und natürlich läuft das vice versa. Online bekommt man das gar nicht so mit, aber in Gesprächen mit Verlagen hören wir schon “Diese seite mit den ganzen Covern, das sieht man ja nicht oft, das ist schon schön”. Und uns freut natürlich, dass ankommt was wir machen.

Eine kuratierte Seite ist natürlich auch einzigartig. Wenn ich mich auf Goodreads rumtreibe, wird mir quasi alles entgegen geworfen, vielleicht noch über einen Algorithmus angepasst, aber das wars. Ich glaube ich habe bei euch noch nie eine Spiegelbestseller gesehen, wie z.B. Fitzek.
Doch, Fitzek war einmal auch drauf. Und auch bei Spiegelbestsellern kann es tolle, anspruchsvolle Bücher geben. Aber es stimmt, wir gehen nicht nach Verkaufszahlen, und auch nicht nach Marketingbudget.

Wenn ich euch und Lovelybooks vergleichen müsste, wäre Lovelybooks eher Thalia, und ihr meine kleine, unabhängige Buchhandlung. Die hat auch mal ein, zwei Bestseller da, aber im Großen und Ganzen ist das Sortiment ausgewählter.
Das ist total schön, dass es so ankommt. Schöner kannst du nicht beschreiben, was unsere Idee ist. weil unsere idee am anfang war ja: wir wollen den buchhandel ins netz bringen.

Also quasi die Verbindung von online und offline?
Genau.

Ihr gehört zu den Ersten, die auf unseren Aufruf für Unterstützung geantwortet haben.
Ich war total neugierig “Was ist denn Litcamp?” Ich dachte erst: “Ich hab’ da was verpasst, wieso kenne ich das nicht?” Ich war sofort neugierig und direkt angefixt, und da dachte ich, da müssen wir dabei sein.

Für unsere Leser_innen und später auch Besucher_innen: wie sieht eure Unterstützung aus? Was macht ihr bei uns?
Ob wir ne session anbieten, darüber haben Dörte und ich uns noch keine Gedanken gemacht. Wir sind eher von der kurzfristigen Sorte.
Was wir langfristig machen, ist das Abendprogramm versuchen so schön wie möglich zu gestalten. Wir wollen interessante Autoren gewinnen, die nicht nur für die LitCamp-Teilnehmer_innen interessant sind, sondern auch für ein paar Leute mehr. Wir wollen da beide Seiten sehen, damit die Autoren auch ein Publikum haben und nicht vor zu wenig gefüllten Stühlen sitzen.So riesig ist das Litcamp ja noch nicht.

Da wir selbst kein Geld haben, um das LitCamp zu unterstützen, weil wir noch ein Startup sind, helfen wir auf diese Weise.

Das finde ich großartig, weil ihr eure Connections mitbringt – und jede Menge gute Laune.
Ich bin auch schon sehr gespannt wie es werden wird. Vor allem, dass wir alle unterschiedlich Planung herangehen, das ist eine ganz tolle erfahrung für uns.

Worauf freut ihr auch am meisten?
Ich würde lügen wenn ich sagen würde, wir wären nicht nervös was das Abendprogramm angeht. Aber wir freuen uns auch darauf – wenn es dann vorbei ist [lacht] Ansonsten freue ich mich total auf die Leute, weil ich denke, dass es eine irre Vielfalt wird und einen schönen Flow haben wird.

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